Im Rahmen des Kulturtags besuchten Schülerinnen und Schüler der EF das Bunkermuseum Oberhausen und setzten sich in einem Workshop intensiv mit dem Thema „Luftkrieg in Oberhausen“ auseinander. Begleitet wurde die Gruppe von Frau Grundmann und Frau Kemper.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die Geschichte des Luftkriegs und der Hochbunker in Oberhausen. Dabei erfuhren sie, warum die Bunker gebaut wurden, ab wann sie entstanden und wer dort während der Luftangriffe Schutz suchen durfte.

Anschließend ging es in den Hochbunker selbst. Die beklemmende Atmosphäre machte eindrücklich erfahrbar, welchen Belastungen die Menschen während des Krieges ausgesetzt waren. Fragen wie „Warum befindet sich der Eingang um die Ecke?“ oder „Warum wurde der Eingangsbereich nur mit Blaulicht beleuchtet?“ führten zu spannenden Einblicken in die Funktionsweise der Schutzanlagen. Auch das Rätsel um die Tapeten in den engen Zellen, die ursprünglich für jeweils sechs Personen vorgesehen waren, wurde gelöst: Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in der durch Bomben weitgehend zerstörten Stadt akuter Wohnraummangel. Deshalb wurden die Bunkerräume noch bis in die 1950er-Jahre als Notunterkünfte genutzt – Menschen lebten dort auf engstem Raum.

Vor dem Museum steht ein sogenannter Kleinbunker. Diese boten lediglich Platz für maximal zwei Personen und dienten nicht nur als kurzfristige Schutzräume bei Luftangriffen, sondern auch zur Beobachtung und zum Spähen.

In Arbeitsgruppen setzten sich die Schülerinnen und Schüler anschließend mit den Themen Alltag im Krieg, Alltag im Bunker, Zeitzeugenberichte, Kinderlandverschickung sowie Bilanz und Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinander. So erhielten sie vielfältige Einblicke in das Leben der Menschen während dieser Zeit und in die langfristigen Auswirkungen des Krieges.

Besonders bewegend war die Geschichte von 13 Schülerinnen der damaligen Mädchenschule – dem heutigen Elsa, die am 1. April 1945 auf dem Rückweg der Kinderlandverschickung nach Oberhausen bei einem tragischen Unfall ums Leben kamen. Ein Gedenkstein auf dem Westfriedhof erinnert bis heute an dieses erschütternde Ereignis und hält die Erinnerung an ein tragisches Kapitel der Geschichte des heutigen Elsa lebendig.

Der Workshop machte Geschichte auf eindrucksvolle Weise erfahrbar: Aus historischen Fakten wurden menschliche Schicksale und persönliche Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler nachhaltig berührten. Ein besonderer Dank gilt dem Team des Bunkermuseums.

KPR